Wie der MONITOR unlängst berichtete, ist die auf den Äckern ausgebrachte Gülle an der Entstehung von Feinstaub massiv beteiligt. MONITOR bezieht sich dabei auf eine übergeordnete Studie von Professor Jos Lelieveld, der am Max-Planck-Institut für Chemie tätig ist und für seine Arbeit 40 Studien aus 16 Ländern auswertete.

Demnach verbindet sich das aus der Gülle entweichende Ammoniak in der Luft mit Stickoxiden aus Auto- und Industrieabgasen und als Produkt entsteht Feinstaub. Auf der Seite des Max-Planck-Instituts ist dazu zu lesen: „Ammoniak wird bei der Verwendung von Gülle und Dünger als Gas freigesetzt. In der Atmosphäre reagiert dieses Gas mit Schwefeldioxid und Stickoxiden bzw. deren Oxidationsprodukten (Schwefelsäure, Salpetersäure) und zu Salzen wie Ammoniumsulfat und Ammoniumnitrat, die wesentlich zur Bildung und Zusammensetzung von Feinstaub (PM2.5) beitragen. In der Atmosphäre vermischen sich und reagieren Ammoniak und Ammoniumsalze auch mit weiteren Feinstaubkomponenten wie Ruß und sekundären organischen Aerosolen (…)“.

Der Anteil des Feinstaubs, der durch die Landwirtschaft entsteht, wird laut Wissenschaftlern mit 45 Prozent angegeben und liegt damit deutlich höher als Feinstaub, welcher durch den Verkehr verursacht wird (20 Prozent). Feinstaub wird nicht nur mit „Lungenerkrankungen, chronische[r] Bronchitis und auch Lungentumore[n]“ in Verbindung gebracht, wie der Kardiologe Professor Thomas Münzel im MONITOR-Beitrag erklärt. Jos Lelieveld kommt zum Schluss, dass durch Luftverschmutzung 120.000 Menschen jährlich vorzeitig sterben.

Bislang wurde die Studie des Max-Planck-Instituts noch nicht veröffentlicht. Dennoch ist es höchste Zeit, sich über eine alternative Landbewirtschaftung Gedanken zu machen, denn von gesunden Böden und gesunder Luft profitiert jeder Einzelne von uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Feinstaubbelastungen durch Gülleausbringung

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